Wann ist genug genug?
Wann ist genug genug?
Wenn ich die Erlaubnis von außen bekomme? Wenn jemand anderes sagt, es ist genug?
Oder wenn es mir selber einfach reicht? Wie weiß ich denn, ob mein Limit erreicht ist?
Oder bin ich einfach zu kleinlich/sensibel/pingelig?
Die eigene Grenze(n) zu finden und mit Stärke zu setzen ist eine lebenslange Kunst.
Grenzen und Bedürfnisse verschieben sich je nach Tagesstimmung, nach Beziehung, nach Kontext.
Seit dieser Woche ist eine Grenze bei mir erreicht.
Wie ich es gemerkt habe? Es waren Gedanken, die ich seit nem halben Jahr habe. Durch diverse Trigger wurden sie so sehr ins Bewusstsein gerufen, dass ich keine andere Wahl hatte als dieses unangenehme Thema endlich anzusprechen.
Mir ging es dabei nicht darum, recht zu haben oder zu bekommen, was ich wollte.
Das Wichtigste war, dass ich den Mut hatte, für mich selbst zu sprechen und mutig meine Bedürfnisse mitzuteilen.
Ich stellte hohe Forderungen, aber ohne jegliche Erwartungen. Es ging mir nur darum, dieser flammenden Energie endlich Raum zu geben und die Bürde nicht weiter mit mir herumzutragen.
Ich war bereit, alles zu verlieren und wieder von vorne anfangen zu müssen - war es mir wert, wenn es dafür hieße, dass ich nun endlich gehört werde.
Die Tage davor war ich super nervös - rasende Gedanken wie schon lange nicht mehr.
Der Körper brodelte vor Hitze und ich musste aufpassen, das richtige Ventil zum Dampfablassen zu finden.
Im entscheidenden Gespräch kamen mir zwischendurch die Tränen und ich ließ sie schamlos laufen.
Ich sprach mit überzeugenden, guten Argumenten, blieb standhaft, und konnte aber auch Mitgefühl und Verständnis für die Gegenseite aufbringen.
Ich war bereit, die Seite meines Gegenübers zu verstehen, ohne in eine Opfer- oder Aufopferungsrolle zu geraten.
Und das war der Knackpunkt:
Mitgefühl fühlen heißt nicht, meine Grenzen über Bord zu schmeißen.
Ich bin super stolz auf mich und wünsche jedem Menschen auf der Welt die Kraft, so für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen.
Dass Tränen flossen, nahm ich interessanterweise gar nicht als peinlich oder negativ wahr.
Ich bin stolz auf mich, dass ich Gefühle zeigen kann ohne Scham.
Dass ich einfach ich selbst sein kann.
When is enough enough?
When I get permission from outside? When someone else says it’s enough?
Or when I simply reach my own limit? How do I even know when my limit has been reached?
Or am I just too petty/sensitive/picky?
Finding your own boundary and setting it with strength is a lifelong art.
Boundaries and needs shift depending on the mood of the day, the relationship, the context.
This week, a boundary of mine has been reached.
How did I notice? They were thoughts I’d been carrying for half a year. Through various triggers they were brought so strongly into my consciousness that I had no other choice but to finally address this uncomfortable topic.
It wasn’t about being right or getting what I wanted. The most important thing was that I had the courage to speak up for myself and share my needs openly.
I made high demands, but without any expectations.
It was only about finally giving this burning energy some space and no longer carrying this burden around with me.
I was ready to lose everything and have to start over — it was worth it to me, if it meant that I would finally be heard.
The days before I was incredibly nervous — racing thoughts like I hadn’t had in a long time. My body was simmering with heat and I had to be careful to find the right outlet to let off steam.
In the decisive conversation, tears came at some point and I let them run shamelessly.
I spoke with convincing, solid arguments, stayed firm, but was also able to bring compassion and understanding for the other side.
I was ready to understand the perspective of the person opposite me, without falling into a victim or martyr role.
And that was the key point:
Feeling compassion doesn’t mean throwing my boundaries overboard.
I am so proud of myself and wish every single person in the world the strength to stand up for themselves and their needs like this.
That tears flowed — I interestingly didn’t experience that as embarrassing or negative at all.
I’m proud of myself for being able to show emotions without shame.
For simply being able to be myself.